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Vom 30.08.2026

Aus Ghana schrieb Pfarrer Martin, dass er auch dort weiterhin Physiotherapie in Anspruch nimmt und mit seinem neuen Kniegelenk immer besser zurechtkommt.
Er ist allen, die die medizinische Versorgung, die Physiotherapie sowie alle weiteren Termine und Treffen hier in Deutschland möglich gemacht haben, von Herzen sehr sehr dankbar.
Herzliche Grüße von ihm aus dem Norden Ghanas!

Pfarrer Martin in Deutschland

Vom 21.08.2026

In der Zeit vom 9. Juni bis zum 8. August war Pfarrer Martin Muosayir aus dem Norden Ghanas zu Gast in Deutschland.
Geplant war dieser Besuch wegen der operativen Versorgung eines Knieleidens von Pfarrer Martin, welches in Ghana nur unzulänglich versorgt werden konnte und zu einer Arthrose mit zunehmender Immobilität geführt hatte. Die Verletzung war die Folge eines dienstlichen Motorradunfalls. Manche Außenstationen von Pfarrer Martins Gemeinde in Damongo sind nur mit dem Motorrad erreichbar. Zum Motorradfahren war er in der letzten Zeit wegen zunehmender Beschwerden in seinem Bein jedoch nicht mehr in der Lage.

Dank zahlreicher Sonderspenden, insbesondere von Pfarrer Martins Freunden aus Bad Bocklet und dem Münsterland sowie von Mitgliedern des Rotary-Clubs Meschede-Warstein und dem Erzbistum Paderborn, konnte hier in Deutschland eine OP mit anschließender ambulanter Reha durchgeführt werden.
Nach vorbereitenden Maßnahmen operierte Dr. med. Detlef Drüppel vom St. Walburga-Krankenhaus in Meschede das Kniegelenk und verzichtete dabei auf sein Arzthonorar.
Nach erfolgter Operation war Pfarrer Martin recht schnell wieder mobil, so dass er nach fünf Tagen das Krankenhaus verlassen konnte.
Markus Imöhl vom Therapiezentrum Imöhl und Meier am Hennesee in Meschede übernahm unentgeltlich die poststationäre Physiotherapie.
Dank dieser gezielten Behandlung konnte Pfarrer Martin recht bald ohne Gehhilfen gehen und auch Treppen steigen.
Freunde aus Meschede übernahmen die Fahrdienste zu den Physiotherapie-Terminen und fuhren ihn auch schon mal ein paar Kilometer durchs Sauerland, um ihm die wunderschöne Landschaft zu zeigen.
Unterkunft fand er während dieser Zeit im Benediktinerkloster Königsmünster in Meschede.
Hier konnte er die Ruhe genießen, Kräfte tanken, an den Gebetszeiten der Mönche teilnehmen und auf dem weiträumigen Gelände seine Gehübungen durchführen.
Zahlreiche Freunde haben ihn in dieser Zeit im Krankenhaus und Kloster besucht.

Es ist immer wieder spannend, den Erzählungen von Pfarrer Martin zu lauschen.
Das Leben im Norden Ghanas ist für die Menschen sehr beschwerlich. Die klimatischen Bedingungen sind extrem und alte gesellschaftliche Strukturen belasten das tägliche Leben der Bevölkerung.
In ihrem christlichen Glauben finden die Menschen sehr viel Kraft. Es ist für sie selbstverständlich, einer Glaubensgemeinschaft anzugehören und ihren Glauben zu leben und zu feiern. Das findet Ausdruck in langen Gottesdiensten, in denen fröhlich gesungen und getanzt, aber auch inbrünstig gebetet wird. Trotzdem sind viele Menschen noch tief verwurzelt mit manchen Riten des Ahnenkults und sie versuchen, diese uralten Elemente mit dem Christentum in Einklang zu bringen.

Nach der abgeschlossenen Physiotherapie war Pfarrer Martin wieder selbst in der Lage, seine Freunde zu besuchen, um möglichst vielen seinen persönlichen Dank auszusprechen.
Der erste Ausflug führte ihn an den Möhnesee. Dort feierte er gemeinsam mit Pastor Ludger Eilebrecht den Gottesdienst bei der „Kirche am See“, welcher thematisch vom Verein Anidaso Ghana e. V. vorbereitet wurde. Der Gospelchor Masithi aus Lippstadt und die Trommelgruppe der Emmaus-Gemeinde Soest unterstützten den Gottesdienst mit musikalischen Klängen aus Afrika, zu denen die Gottesdienstbesucher begeistert mitsangen und tanzten.
Pfarrer Martin zeigte sich überrascht, dass wir trotz unserer vielen schönen Kirchen zum Gottesdienst unter freiem Himmel einladen und sich so viele Menschen ansprechen lassen und den Gottesdienst mitfeiern. In Ghana ist die Situation eher umgekehrt. An manchen Orten können Gottesdienste nur in der Natur unter einem Baum stattfinden und die Menschen sind überglücklich, wenn sie kleine Kirchengebäude finanzieren können, in denen die Messen gefeiert werden können.

Ein weiteres Wochenende verbrachte Pfarrer Martin in Cappenberg, wohin er seit vielen Jahren persönliche Kontakte hat und anschließend reiste er nach Münster-Roxel, um verschiedene Termine in Münster wahrzunehmen.

Auf seiner Weiterreise nach Bad Bocklet konnte er einen Zwischenstopp in Paderborn einlegen und dort an den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Liborifestes teilnehmen. Mit dieser Teilnahme hat sich ein lang gehegter Wunsch von Pfarrer Martin erfüllt. Ganz nah die Erhebung der Reliquien des Hl. Liborius mitzuerleben und den traditionellen Libori-Tusch zu hören, bedeutete für Pfarrer Martin ein besonderes Glücksgefühl. Der obligatorische Besuch des Hasenfensters durfte natürlich nicht fehlen und bei der Ausstellung „Ein Messgewand für die Weltmission“ im Kreuzgang des Domes gab es eine besondere Überraschung. Pfarrer Martin wurde sofort von den Veranstalterinnen dieser Ausstellung angesprochen und durfte sich eine Albe sowie vier Stolen in den unterschiedlichsten Farben aussuchen. Die Stickerinnen und Näherinnen sind während der Liboriwoche selbst vor Ort und stellen ihre Werke persönlich vor.
Übers Jahr fertigen sie alle liturgischen Textilien ehrenamtlich an, um sie dann während des Liborifestes den Priestern und Ordensleuten, die aus aller Welt zu Gast sind, zu überlassen.
Pfarrer Martin war überwältigt von diesem besonderen Geschenk.
Abgerundet wurde der Liboribesuch mit einem Gang über den Pottmarkt und einer Stärkung im Garten des Konrad-Martin-Hauses, in dem unzählige Ehrenamtliche Selbstgebackenes, Schnittchen, Getränke und vieles mehr anbieten. Die Erlöse kommen sozialen Projekten in der ganzen Welt zugute.

Der Aufenthalt in Bad Bocklet diente der weiteren Erholung von Pfarrer Martin, aber auch dem Treffen mit langjährigen Weggefährten. Vor 25 Jahren kam Pfarrer Martin zum ersten Mal zur Vertretung des Ortspfarrers nach Bad Bocklet. Seitdem gab es etliche Benefizveranstaltungen im Ort und mit den Spenden konnte Pfarrer Martin vielen Menschen in seiner Heimat helfen. Beim jetzigen Besuch feierte Pfarrer Martin einen Dankgottesdienst für alle bisher erfahrene Hilfe. Anschließend gab es bei Kaffee und Kuchen die Gelegenheit zur persönlichen Begegnung.

Den Abschluss seiner Reise bildete der Besuch in Saerbeck im nördlichen Münsterland.
Seit 10 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen der St.-Georgs-Gemeinde Saerbeck und der Gemeinde St. Theresa in Damongo. Etliche Projekte konnte der Saerbecker Eine-Welt-Kreis in der Gemeinde im Norden Ghanas bereits umsetzen. Dazu zählen die Beschaffung von Schulmaterialien, der Aufbau einer Imkerei, die Unterstützung einzelner Familien bei der Anschaffung von Hühnern und Ziegen, die Krankenversicherung für Kinder und vieles andere mehr. Gemeinsam mit dem Verein Anidaso Ghana e. V. konnte der Bau eines Kindergartens verwirklicht werden, der im Januar dieses Jahres eingeweiht wurde.

Inzwischen ist Pfarrer Martin wohlbehalten zurück in Damongo.
Wir wünschen ihm für seine weitere Genesung alles Gute und dass er sich die nötige Zeit nehmen kann, bis alle Beschwerden ausgeheilt sind.

Ohne die überwältigende Unterstützung sehr vieler Menschen hier in Deutschland wären die operative Versorgung des Knies, die Reha-Maßnahmen und der gesamte Aufenthalt von Pfarrer Martin nicht möglich gewesen. Es war sehr schön zu erleben, dass alle seine Freunde ihm auch in dieser besonderen Situation zur Seite standen und darüber hinaus viele weitere Menschen in unterschiedlicher Weise Hilfe geleistet haben.

Unser besonderer Dank gilt
- allen Spendern, insb. den Freunden aus Bad Bocklet, Münster, Saerbeck, Lippetal und dem Kreis Höxter sowie den Mitgliedern des Rotary-Clubs Meschede-
Warstein und dem Erzbistum Paderborn, wodurch die OP finanziert werden konnte
- dem Operateur Dr. med. Detlef Drüppel sowie seinem OP- und Anästhesie-Team
- den Mitarbeitern des St. Walburga-Krankenhauses in Meschede
- den Benediktinern der Abtei Königsmünster in Meschede
- dem Therapiezentrum Imöhl und Meier am Hennepark in Meschede
- allen, die einen Fahrdienst übernommen haben
- allen, die eine Übernachtungsmöglichkeit bereitgestellt haben
- allen, die in irgendeiner Weise Pfarrer Martins Aufenthalt bereichert haben
- allen, die an der Planung und Organisation beteiligt waren

Ihnen allen ein herzliches „Vergelt’s Gott!“

„Ferienschule“ im Anidaso-Haus

Vom 14.08.2026

Anfang August haben unsere beiden Volontärinnen das Anidaso-Haus verlassen und sind nach Deutschland zurückgekehrt.
Ihnen sei ganz herzlich gedankt für ihren freiwilligen Einsatz, den sie über ein Jahr geleistet haben.
Sie haben die Kinder im Alltag begleitet und sie vor allem in allen schulischen Belangen unterstützt.
Für ihre weitere Zukunft wünschen wir ihnen mit sämtlichen Bewohnern des Anidaso-Hauses alles Gute!

Da auch in Ghana zurzeit Sommerferien sind, sind die Kinder nun den ganzen Tag zu Hause und wollen beschäftigt werden.
Die jugendlichen Bewohner des Hauses sind ebenfalls aus ihren Senior-Highschools und Universitäten zurück und gestalten für die kleineren Kinder nun jeden Tag eine „Ferienschule“.
Mit viel Geduld und manches Mal in spielerischer Form vertiefen sie die Lerninhalte, die die Kleineren im vergangenen Schuljahr in ihren Schulen erarbeitet haben.

Gabriel und Caroline sind sehr stolz auf ihre „Großen“, die sich so sehr für das Allgemeinwohl im Haus einsetzen.

"Einsteigen bitte!"

Vom 05.08.2026

„Einsteigen bitte!“

So lautete das Motto eines Ausflugs der Kinder des Anidaso-Hauses zu Beginn der Sommerferien.
Einmal mit dem Zug fahren. Was für uns so selbstverständlich ist, schien für die Menschen in Ghana bisher unerreichbar.
Das Eisenbahnnetz von Ghana wurde während der britischen Kolonialherrschaft errichtet und im Laufe der Jahre stillgelegt.
Seit Ende letzten Jahres ist ein Teil der neu geplanten Bahnstrecke im Süden Ghanas fertiggestellt. Das momentane Teilstück verbindet den Hafen von Tema mit Mpakadan am Volta-Stausee.

Schon während des Besuchs einiger Vereinsmitglieder im Januar sollte eine Fahrt mit dem neuen Zug stattfinden. Doch leider fuhr zu dem Zeitpunkt die Bahn nicht.
Umso größer war die Freude, dass dieses Vorhaben in den Sommerferien jetzt umgesetzt werden konnte.
Keines der Kinder hat bisher einen Zug gesehen oder je einen Bahnsteig betreten. Dementsprechend waren die Spannung und die Erwartung groß.
Die Aufregung war beim Warten in der Bahnhofshalle in Tema deutlich spürbar.
Jedes Kind erhielt sein eigenes Ticket und dann hieß es „Vorsicht am Bahnsteig! Der Zug rollt ein.“
Schnell fand jedes Kind einen Platz. Caroline und Gabriel Cudjoe hatten Getränke dabei und so konnten alle Teilnehmenden die zwanzigminütige Fahrt mit einer kühlen Erfrischung sehr genießen.
Für die Kinder war dieses Abenteuer ein gelungener Start in die Sommerferien.

© 2026 Anidaso Ghana e.V.