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Einweihung des Kindergartens in Damongo

Vom 03.03.2026

Am 30. Januar wurde in Pfarrer Martins St. Theresa-Gemeinde in Damongo der neue Kindergarten eingeweiht.
Die Idee zum Neubau dieses Kindergartens entstand bei einem Besuch einiger Vereinsmitglieder in Damongo im Februar 2024.
Die aus drei Gebäuden bestehende St. Theresa-Schule hatte ein Gebäude mit drei Räumen für die Nutzung als Kindergarten zur Verfügung gestellt. Nun jedoch wurden sämtliche Räume für die größer werdende Schülerzahl benötigt.
Rund um die Schule stand ein ausreichend großes Areal zur Bebauung zur Verfügung, welches der Kirchengemeinde gehört.

Die Umsetzung dieser Idee wäre vom Verein Anidaso Ghana e. V. alleine jedoch nicht realisierbar gewesen.
So trat Pfarrer Martin mit dem Arbeitskreis Eine Welt der St. Georg-Gemeinde in Saerbeck in Kontakt und bat um Unterstützung.
Zur Gemeinde in Saerbeck besteht seit 10 Jahren eine enge Partnerschaft und der Eine-Welt-Kreis hat schon etliche Projekte in Damongo verwirklicht.
Beide Gruppen haben den Kindergarten nun je zur Hälfte finanziert.
Der neue Kindergarten besteht aus drei unterschiedlichen Gebäuden, die einen Innenhof begrenzen. Im linken Gebäude wird eine Küche bzw. ein Vorratsraum Platz finden, das mittlere Gebäude umfasst drei Gruppenräume für insgesamt ca. 130 Kinder incl. einiger sehr einfacher Toilettenanlagen und das kleine rechte Gebäude wird als Büro genutzt. Die vierte Seite des Hofes wird von einer Mauer begrenzt, so dass die Kinder im Innenhof geschützt spielen können.

Die Einweihung fand unter sehr großer Anteilnahme der Bevölkerung sowie sämtlicher Schülerinnen und Schüler der St. Theresa-Schule statt.
Zunächst wurde aus dem Neuen Testament das Gleichnis von der Vergabe der Talente vorgelesen und Pfarrer Martin sprach davon, dass jeder der anwesenden Gäste mit unterschiedlichen Talenten ausgestattet sei. Dieses bezog er auch auf den Bau des Kindergartens, der nur durch den Einsatz verschiedener Gaben entstehen konnte, angefangen von der Planung, über die Beschaffung der finanziellen Mittel, die Arbeit der verschiedenen Handwerker bis hin zu den Erzieherinnen und Kindern, die diesen Ort nun mit Leben füllen werden.
Nach dem Durchschneiden eines Bandes und der Schlüsselübergabe durch den Architekten segnete Pfarrer Martin jeden einzelnen Raum mit reichlich Weihwasser.
Anschließend fand der offizielle Teil der Eröffnung mit Vertretern der Kommune und der Kirchengemeinde statt.
Bei den Reden wurde noch einmal die Wichtigkeit des neuen Kindergartens deutlich sowie das gute Miteinander zwischen den einzelnen Religionen und Religionsgemeinschaften.
Der Bürgermeister hob die gute Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirchengemeinde hervor, die mit ihren beiden Schulen für die Bildung der jungen Generation sorgt.
Die Vorsitzende der Ausschüsse der Kirchengemeinde sprach von der Gleichheit aller Menschen, unabhängig von Kultur- oder Religionszugehörigkeit und dass in den Einrichtungen ihrer Gemeinde alle Menschen willkommen seien und gleichwertig behandelt würden.
Der Vertreter des Eine-Welt-Kreises Saerbeck, Andreas Holtmann, dankte für die erlebte Gastfreundschaft und berichtete über die bisher durchgeführten Projekte in der Gemeinde Damongo.
Der Verein Anidaso Ghana e. V. überreichte sechs Mango-Bäume und einen Umbrella-Baum, die zum einen dem Kindergartengebäude Schatten spenden, zum anderen mit ihren Früchten das tägliche Schulessen für die Kindergartenkinder aufwerten sollen.
Pfarrer Ludger Eilebrecht nannte zu jedem Baum eine Farbe des Regenbogens und wünschte den Kindern all die Eigenschaften, die die jeweilige Farbe symbolisiert. Außerdem steht der Regenbogen als Symbol des Bundes zwischen Gott und den Menschen und kann auch als Brücke zwischen Deutschland und Ghana gesehen werden. Softbälle in den Farben des Regenbogens sowie ein Holzkreuz mit farbigen Glaselementen für die Wände des Kindergartens rundeten die Geschenke ab.
Als Dank erhielten die deutschen Besucher eine kleine Stola in der traditionellen Kente-Webkunst und jede Gruppe eine Holzskulptur.
Unterbrochen wurden all die offiziellen Reden von Darbietungen der Schülerinnen und Schüler der St. Theresa-Schule. Einige Schülerinnen stellten sich selbst und das Lernangebot der Schule vor, es gab Tanzvorführungen und eine kleine Theateraufführung über den Schulalltag.
Seinen Abschluss fand die offizielle Eröffnung mit einem Rundgang über das Schulgelände, bei dem noch einmal sehr deutlich wurde, dass die bisher als Kindergarten genutzten Räume einer Renovierung bedürfen bevor sie von den Schulkindern genutzt werden können. Auch reine Holzmöbel sind nicht sehr witterungsbeständig und so muss über neues Schulmobiliar mit Stahlrahmen nachgedacht werden.

Neben der Einweihung des Kindergartens lernten die beiden deutschen Gruppen weitere Einrichtungen der Gemeinde kennen. Ein besonderes Augenmerk legt die Gemeinde auf die Schulbildung und unterhält neben der St. Theresa-Schule noch die St. Anna-Schule. In beiden Schulen mangelt es an Lehrbüchern sowie Schulmobiliar. Der Eine-Welt-Kreis Saerbeck investiert seit Jahren in diese Bereiche.
Besonders desolat ist jedoch die Wasserversorgung, da in der St. Anna-Schule die Wasserpumpe gestohlen wurde. Die Kinder müssen nun die stark befahrene Hauptstraße überqueren, um bei den Straßenhändlern Wasser zu erwerben. Mithilfe einer Sonderspende soll als Erstes dieses Problem behoben werden.
Des Weiteren gab es noch verschiedene Begegnungen mit den Gemeindemitgliedern und ein Besuch beim Häuptling des Distrikts. Diesem wurde vor der Einweihung des Kindergartens das Projekt vorgestellt und eine Einladung zur Eröffnung ausgesprochen. Die Kommunikation zwischen der Kirchengemeinde und den öffentlichen Vertretern ist von großer Wichtigkeit und noch sehr traditionell geprägt. So war z. B. das direkte Gespräch mit dem Häuptling nicht möglich. Er spricht in der Öffentlichkeit selten direkt. Sein Sprecher ist sozusagen das Sprachrohr zwischen ihm und dem Volk oder Besuchern und gibt die Worte des Häuptlings formell an das Publikum weiter.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch im Mole-Nationalpark, wo es unterschiedliche Tiere zu beobachten gab. Besonders eindrucksvoll waren dabei die Elefanten, die gegen Mittag zur Wasserstelle kamen, um sich abzukühlen und die in der Sonne dösenden Krokodile. Auf den offenen Jeeps hatten wir viel Freude und waren nach der Fahrt mit rotem Staub gepudert.
Der Besuch in der Gemeinde Damongo war in all seinen Facetten für die deutschen Besucher sehr eindrucksvoll und die Lebensumstände der dortigen Bevölkerung sorgten neben Betroffenheit auch für eine große Dankbarkeit über unsere eigenen Lebensumstände.
Ganz herzlich danken wir allen Spenderinnen und Spendern, die dazu beigetragen haben, dass der Traum eines Kindergartens für die Kinder in Damongo Wirklichkeit werden konnte.

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