Vom 15.02.2026
In der Zeit vom 24. Januar bis zum 7. Februar besuchten einige Vereinsmitglieder die verschiedensten Projekte in Ghana, welche der Verein unterstützt.
Zu Gast waren wir im Anidaso-Haus, welches vor 10 Jahren eingeweiht wurde und seitdem vielen Kindern ein Zuhause geboten hat. Im Laufe der Jahre haben viele Materialien Verschleißerscheinungen gezeigt, denn die Sonne und die salzhaltige Meeresluft setzen den Wänden, Türen und auch dem Mobiliar sehr zu. Ein Rundgang durchs Haus bot somit einen ersten Überblick, was in den nächsten Wochen repariert oder erneuert werden muss.
Besonders erfreulich ist die Vegetation im Garten des Hauses, die sich über die Jahre gut entwickelt hat. Die Bäume und Palmen spenden Schatten und viele unterschiedliche Früchte werten das Essen für die Kinder im Anidaso-Haus sehr auf.
Alle Kinder besuchen die Schule und werden von zwei deutschen Volontärinnen bei den Hausaufgaben unterstützt und erhalten bei Bedarf spezielle Förderung meist in spielerischer Form. Auch die Gestaltung der Freizeit gehört zum Aufgabenbereich der Volontärinnen.
Die zurzeit im Haus lebenden Kinder sind relativ jung, die älteren Kinder und Jugendlichen besuchen zum Teil auswärtige Schulen und leben im dort angeschlossenen Internat oder studieren an weiter entfernt liegenden Universitäten. Den Besuch weiterführender Schulen kann man nicht selbst auswählen. Anhand der Prüfungsergebnisse werden Schulen vorgeschlagen und deshalb besuchen einige unserer Kinder Schulen außerhalb von Accra.
Neben vielen Gesprächen mit dem Heimleiterehepaar Gabriel und Caroline Cudjoe verbrachten wir Zeit mit den Kindern. Sie genießen es sehr, wenn man ihnen Zeit widmet, mit ihnen spielt, singt, malt oder bei den Hausaufgaben hilft. Auch ein Nachmittag am Strand sorgte bei den Kindern für große Begeisterung.
Außerdem besuchten wir auch ehemalige Kinder des Hauses.
In Ashaiman, einem Slumgebiet von Accra, hat sich Dorcas nach abgeschlossener Friseurausbildung mit einem winzigen Friseur-Salon selbständig gemacht. Während der Zeit ihrer Ausbildung wurde sie von Anidaso Ghana e. V. unterstützt und kann nun selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen. Wie immer strömten in kurzer Zeit unzählige Kinder aus der Umgebung heran, denn nur selten wagen sich Europäer ins Gewirr der Hinterhöfe und Gassen. Sie alle freuten sich über den unerwarteten Besuch und über Kekse, die wir für sie bei einer vorbeikommenden Straßenhändlerin kauften.
Ein Besuch bei Lawrencia in Winneba machte deutlich, dass eine Entwicklung vom Straßenkind zur Lehrerin möglich ist. Sie studiert dort an der Universität für Erziehung und absolviert gerade ein sechsmonatiges Praktikum in einer Grundschule, in der sie hauptsächlich Mathematik unterrichtet. Sämtliche Führungskräfte dieser Schule lobten Lawrencias Engagement und sehen in ihr eine sehr gute zukünftige Lehrerin.
Nach ihrem Studium muss sie wie jeder Student in Ghana ihren unentgeltlichen National Service absolvieren, für den man von der Regierung an irgendeinen Ort in Ghana geschickt wird. Lawrencia darf in dieser Zeit an ihrer Universität bleiben und als wissenschaftliche Assistentin einen ihrer Professoren unterstützen. Als wir unseren Stolz über ihre Entwicklung äußerten, entgegnete sie, dass das ihr Ziel sei, uns und alle Spender stolz zu machen.
Emmanuel, der an derselben Universität studiert, war gerade zum Praktikum bei einem Radiosender unterwegs, so dass wir ihn leider nicht treffen konnten. Doch seine Kunstwerke, die er mit seinen Mitstudenten auf viele Wände der Universität malen durfte, konnten wir bestaunen.
Ein kurzer Besuch am wunderschönen Strand von Winneba war auch für Lawrencia eine willkommene Abwechslung und schenkte uns einige erholsame Momente bei all den vielen Terminen.
Dr. Prince hat im vergangenen Jahr in eine Tagesklinik in Tema investiert, in der er den Menschen eine medizinische Grundversorgung anbieten kann. Diese Räume besuchten wir mit großem Interesse und konnten uns vom vielfältigen medizinischen Angebot überzeugen.
Im vom ihm gegründeten Prinel Medical Center in Ashaiman steht Dr. Prince weiterhin für gynäkologische Eingriffe zur Verfügung und den Einsatz der beiden Ambulanzfahrzeuge koordiniert er zum größten Teil nun selbst. Es war sehr schön, die Fahrzeuge im Verkehrschaos von Ashaiman und Tema im Einsatz zu sehen.
In Pfarrer Martins Gemeinde in Damongo durften wir an der Einweihung des neuen Kindergartens teilnehmen. Diesem Ereignis wird ein eigener Bericht gewidmet.
Die Teilnahme an Gottesdiensten, Besuche auf dem pulsierenden Markt und des Gebäudes des alten Kinderheims sowie das Probieren der unterschiedlichen kulinarischen Köstlichkeiten rundeten die Reise ab.
Zum Abschluss der Reise pflanzten wir gemeinsam mit den Kindern im Garten des Anidaso-Hauses einen Mandarinenbaum, der den Hühnern und Ziegen in ihrem Gehege Schatten spenden soll und auf dessen Früchte sich die Kinder schon heute freuen.
Auf dem Weg zum Flughafen haben wir uns noch mit Comfort getroffen, die weiterhin in Accra lebt. Nach dem Absolvieren ihres National Services bei der National Commission for Civic Education arbeitet sie dort zunächst weiterhin, strebt aber ihren Masterstudiengang an.
Sie ist sehr dankbar für alle Spenden aus Deutschland, die ihr den bisherigen Weg ermöglicht haben.
Hinter uns liegen wunderbare Wochen mit vielen schönen Erlebnissen und besonderen Begegnungen, in einem Land, in dem trotz großer Armut echte Lebensfreude spürbar ist und in dem die Menschen für so manche Kleinigkeit sehr dankbar sind.
© 2026 Anidaso Ghana e.V.