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Silbernes Priesterjubiläum von Pfarrer Martin

Vom 09.09.2022

Am 10. September begeht Pfarrer Martin sein Silbernes Priesterjubiläum, zu dem wir ihm an dieser Stelle ganz herzlich gratulieren und Gottes Segen wünschen.

Pfarrer Martin hat einige Zeit als Pfarrer in der Gemeinde Bad Bocklet (Bayern) gearbeitet und seit dieser Zeit verbindet uns die Freundschaft mit ihm.
Nachdem Pfarrer Martin 2010 nach Ghana zurückgekehrt war, hat er zunächst unterschiedliche Gemeinden im Norden Ghanas geleitet und dort neben seinen pastoralen Aufgaben vieles für die Menschen der Region bewirkt (Schulrenovierung, Brunnenbohrung, Kapellenbau...).
Seit er zum Generalvikar der Diözese Damongo ernannt wurde, leitet er eine Gemeinde in Damongo und hat auch dort bereits einen Brunnen bohren lassen, weil die Trinkwasserversorgung sehr problematisch war und die Mitarbeiter der Gemeinde durch verunreinigtes Wasser ständig an Typhus erkrankten.
Pfarrer Martin hat auch einen guten Kontakt zu unserem Kinderheim und dessen Leiter Herrn Cudjoe. Zur Einweihung im Jahr 2016 ist er eigens aus dem Norden gekommen, um an der Feier teilzunehmen und das Haus und seine Bewohner zu segnen.
Im August hat Pfarrer Martin seinen Urlaub in Deutschland verbracht, um all jene Orte zu besuchen, an denen er hier in der Vergangenheit gewirkt hat und auch um sich persönlich bei einigen Spendern für alle bisherige Hilfe zu bedanken.
Neben seinem Aufenthalt in Bayern und Münster war er auch einen Tag im Lippetal. Nach dem Besuch der Soester Innenstadt und des Domes gab es ein Treffen mit einigen Vorstands- und Vereinsmitgliedern. Die Gespräche ermöglichten einen Einblick in seine Arbeit als Pfarrer und gleichzeitig als Generalvikar und in all die Probleme, die besonders im Norden Ghanas herrschen.
Im Rückblick auf 25 Jahre als Gemeindepriester konnte er von vielen Menschen, bewegenden Begegnungen, schwierigen Entscheidungen, Veränderungen in Kirche und Gesellschaft und vielem mehr berichten.
Wir wünschen Pfarrer Martin, dass es noch viele besondere Augenblicke geben möge, die sein Leben als Priester bereichern und dass er immer wieder die Dankbarkeit der Menschen spüren möge, die er in besonderen Lebenssituationen, aber auch in ihrem alltäglichen Leben begleitet.
Ihm, seiner Familie, seinen Freunden und der ganzen Gemeinde wünschen wir ein fröhliches Fest zu diesem Jubiläum.

Neue Volontärin

Vom 06.09.2022

Seit Mitte August gibt es wieder zwei deutsche Volontäre im Anidaso-Haus.
Neben Felix, der bereits seit Januar im Haus mitarbeitet, ist Lea neu hinzugekommen. Auch sie wurde vom Eine-Welt-Netz NRW Münster entsendet.
In der ersten Zeit gibt es natürlich unendlich viele neue Eindrücke, vieles, was fremd erscheint, Nahrungsmittel, die man nie zuvor gegessen hat, plötzliche Stromausfälle...
Aber die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Menschen in Ghana sowie die Kinder des Anidaso-Hauses machen es Gästen und Volontären leichter, sich willkommen und wohl zu fühlen.
Gleich in der ersten Woche nahm Lea an Beerdigungsfeierlichkeiten teil und erhielt ein entsprechendes Kleid für diesen Anlass.
Außerdem besuchte sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Felix und Herrn Cudjoe das vorherige Kinderheim in Ashaiman. Zum Besitzer dieses Hauses besteht noch immer ein herzlicher Kontakt, haben Familie Cudjoe und die Anidaso-Kinder dort eine lange Zeit gelebt.
Nur wer die dortigen Lebensumstände erlebt hat, ahnt, weshalb ein neues Kinderheim nötig war, zum einen wegen der baulichen Gegebenheiten, zum anderen wegen des sozialen Umfeldes.
All unsere Volontärinnen und Volontäre waren und sind ein Segen für die Kinder im Anidaso-Haus. Sie sind es, die Zeit für die Kinder haben, ein offenes Ohr, einen Tipp bei den Hausaufgaben, Zeit zum Basteln und Spielen, für eine Gute-Nacht-Geschichte, für Sport und Spaß und vieles mehr.
Bei allem Neuen, Unbekanntem, Unvorstellbarem und Unabänderlichem wünschen wir Lea ein erlebnis- und erfahrungsreiches Zusammensein im Anidaso-Haus.
Liebe Lea, lerne Land und Leute kennen und genieße die Zeit.

Neuigkeiten vom Prinel Medical Center

Vom 05.09.2022

Im Sommer 2018 trat Dr. Prince an unseren Verein heran mit der Bitte um Unterstützung einer Idee. Im Zentrum seiner Idee stand die Reduktion der Müttersterblichkeit in Ashaiman. Hier die Mail von Dr. Prince vom 21. Juli 2018 als Übersetzung:

Diesmal hat die Klinik ein anderes Anliegen. Wir wollen helfen, die Bedürfnisse in unserer Ashaiman Community zu lösen. Aus diesem Grund haben wir einen Vorschlag verfasst, der uns helfen soll, einen Operationssaal einzurichten und einen Krankenwagen zu bekommen, der die Patienten zu den Überweisungszentren bringt. Ich werde Ihnen eine Kopie des Vorschlags schicken, damit Sie uns helfen können, Geld für dieses Projekt zu sammeln.

Sehr geehrter Herr / Frau ANIDASO GERMANY e.V.
Das Prinel Medical Center freut sich, diesen Antrag auf Überprüfung einzureichen. Unser Vorschlag sieht einen Betrag von 21.150,00 US-Dollar für den Ausbau des Operationssaals vor. Die Ausstattung soll mit einem Fetalmonitor, einem Endoskop und einem Ultraschall-Gerät erweitert werden. Außerdem wird ein Teil des Geldes für den Kauf eines Krankenwagens für die gesamte Ashaiman-Gemeinde verwendet. Die verbesserte Ausstattung des Operationssaals wird die Qualität der chirurgischen Operationen von schwangeren Frauen sowie die Notfall-Kaiserschnitte verbessern. Andere Patienten anderer medizinischer Einrichtungen werden durch Notfall- oder geplante Operationen gleichermaßen die Dienste des neuen Operationssaales nutzen können. Der neu implementierte Rettungsdienst trägt dazu bei, die Notfallreaktionszeit deutlich zu verkürzen und die Patienten durch den Einsatz von Lebenserhaltungssystemen im Krankenwagen sicher zu transportieren. Diese Maßnahme wird dazu beitragen, die durch zurzeit unsachgemäßen Transport bedingte Todesfallrate zu reduzieren.
In den letzten vier Jahren hat unsere Klinik den Menschen in Ashaiman erfolgreich eine erschwingliche und zugängliche medizinische Versorgung zur Verfügung gestellt. Wir haben Vorsorgeuntersuchungen organisiert, die sich nicht nur auf die medizinische Versorgung, sondern auch auf die Vorsorge konzentrieren. Die geplante Investition in unseren Operationssaal und in die Ambulanzdienste wird es uns ermöglichen, unsere verarmte Gemeinschaft weiterhin effektiv zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns mit ANIDASO GERMANY e.V. zusammengeschlossen, um Mittel für diese Investitionen zu sammeln. Wir werden Ihnen dankbar sein, wenn Sie uns mit Bargeld oder Sachleistungen unterstützen können. Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Klinik. Wir planen, auf unserer Beziehung aufzubauen, indem wir einen Operationssaal einrichten und einen Krankenwagen für die Menschen von Ashaiman erwerben. Wir freuen uns auf Ihre Partnerschaft bei unseren Bemühungen, das Gesundheitssystem in Ashaiman zu verbessern.
Dein Prince Narh Puplampu, MD

Zum damaligen Zeitpunkt sprach mich mein Nachbar, Prof. Dr.-Ing. Ansgar Brunn, Lehrender für Geodäsie (Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche) an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg an, ob wir vom Verein Anidaso eine Idee oder ein konkretes Projekt in Ghana hätten, das er unter wissenschaftlicher Begleitung an seiner Hochschule unterstützen könne. Hier bot sich der Vorschlag von Dr. Prince an, u.a. ein System des Patiententransportes in Ashaiman zu etablieren. Solch ein System basiert auf einer effektiven Logistik, den Umgang mit Geodaten per GPS und der Geovisualisierung, also bekannte Inhalte der Geodäsie.
Die Finanzierung der benötigten Krankenwagen und dessen Equipment sowie u.a. die Ausbildung des benötigten Personals würde laut Prof. Brunn zum größten Teil über Spenden von verschiedenen Rotarier-Clubs in Deutschland als auch von Rotary International erfolgen.
Anidaso Ghana e.V. stellte den Kontakt zwischen Prof. Brunn und Dr. Prince her. In diesen Wochen steht das Projekt bereits in der Umsetzungsphase. So sind zwei komplett ausgestattete Krankenwagen finanziert und in Ashaiman angekommen. Zurzeit werden neue Mitarbeiter für die Krankenwagen und für die Leitstelle in Ashaiman beworben und ausgebildet.
Nähere Informationen und Hintergründe können Sie auf folgenden Links der Hochschule und Rotary Bad Driburg nachlesen:
https://www.fhws.de/service/news-presse/pressemeldungen/thema/fhws-engagiert-sich-mit-gis-basiertem-krankenwagen-managementsystem-in-ghana/
und
https://bad-driburg.rotary.de/

Anidaso Ghana e.V. sieht sich bei diesem sehr umfangreichen Projekt primär als Vermittler und Ansprechpartner vor Ort bzw. hier in Deutschland. Zur erfolgreichen Umsetzung dieses Projektes konnte Anidaso Ghana e.V. die umfangreichen ghanaischen Zoll-und Einfuhrgebühren der beiden Krankenwagen, die während des Transportes nach Ghana überraschend massiv erhöht worden waren, durch einen Zuschuss kompensieren. Zur Unterstützung des Prinel Medical Centers bzw. des o.a. Projektes konnten wir außerdem eine ganze Reihe von qualitativ guten gebrauchten und zertifizierten medizinischen Geräten zusammenstellen und nach Ghana verschiffen. Neben 3 Beatmungsgeräten und 2 Absauggeräten konnten wir für diesen Transport u.a. ein neuwertiges, digitales, fahrbares Röntgengerät erhalten. Das Röntgengerät hatte uns großzügiger Weise das St. Ansgar-Krankenhaus in Höxter zur Verfügung gestellt. (siehe auch Pressemeldung im Anhang)
Eine komplette Liste der medizinischen Geräte ist unten angefügt.
Die Firma Hartmann-International in Paderborn sowie die Gefahrgutberaterin Frau Uta Sabath in Bielefeld ermöglichten durch ihre Expertise und faire Konditionen günstige Transportkosten, so dass aktuell alle medizinischen Geräte sowie das Röntgengerät wohlbehalten und funktionsfähig angekommen sind.
Zusätzlich konnte Dr. Prince für das Prinel Medical Center benötige 2 Monitore, 2 Defibrillatoren sowie 10 Betten, 20 Matratzen, 2 Sauerstoffflaschen, 1Dampfsterilisator, 1 OP-Waschbecken, 200 Stück Kleider, 5.000 Stück Schürzen, 5.000 Stück Haarnetze, 5.000 Stück Nasenmaske von den Spenden unseres Vereins finanzieren. (siehe auch Fotos)
Parallel spendete der Rotary Club Hamm eine beträchtliche Summe an Dr. Prince, um die Mindestanforderungen für einen kleinen Testraum im Prinel Medical Center für Corona-Infizierte zu ermöglichen.
Ganz aktuell entschloss sich Dr. Prince auf Grund der beschrieben Entwicklungen, mit einer Aufstockung des Prinel Medical Centers die räumlichen Voraussetzungen für die beschriebenen Maßnahmen zu schaffen. (siehe auch Fotos im Anhang)
Wir wünschen Dr. Prince und seinem Team für die weitere Arbeit ein gutes Gelingen und Gottes Segen.
Rainer Bittger für Anidaso Ghana e.V.


Liste der medizinischen Geräte für den Überseetransport:


Mikroskop 1
Zentrifuge 1
Laryngoskop 1
Beatmungsgerät 3
Otoskop 1
Schaufeltrage 2
spineboard 4
Absauggerät 2
Vakuum Matratze und Hand Pumpe 1
Vakuumschienen Extremitäten 2
Notfallkoffer leer 1
Tragetuch 1
Patiententrage Bundeswehr 3
Chirurgische / gynäkologische Instrumente 63
KED Weste 1
Röntgentisch 1 +Zubehör
Mobiles Röntgen-Gerät incl. 2 Detektoren (Rö-Platten) 1
Kanülen und Spritzen, Tupfer, steril abgepackt 1 Karton

Anhang:

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